Konzept

Eingewöhnung

 

Der Übergang des Kleinkindes von der Familie in die Großtagespflege bedeutet sowohl für das Kind als auch für die Eltern den Beginn eines neuen, wichtigen Lebensabschnittes. Daher ist es Ziel der Großtagespflege, einen Rahmen zu bieten, in dem sich Kind und Eltern gleichermaßen wohl fühlen. Eine wichtige Aufgabe der Eingewöhnung ist, dem Kind einen sanften Einstieg in die Großtagespflege zu ermöglichen und den Trennungsschmerz von den Eltern aufzufangen.

 

Voraussetzung für eine erfolgreiche Eingewöhnung ist, dass die Eltern eine positive Grundeinstellung zur Großtagespflege und ein gutes Bauchgefühl bezüglich der Bezugsbetreuerin haben. Nur wenn die Eltern davon überzeugt sind, dass sie bei der Wahl der Gruppe die richtige Entscheidung für ihr Kind getroffen haben, können sie positiv auf die Eingewöhnung einwirken, indem sie ihre Meinung in Worten und Haltung ihrem Kind vermitteln.

 

In Anlehnung an das Berliner Modell gestalten wir die Eingewöhnung für jedes Kind individuell, damit es sich in seinem eigenen Tempo bei uns einleben kann. Basierend auf unseren Erfahrungen dauert die Eingewöhnung zwischen 7 und 14 Tagen. Bereits bevor die Kinder unsere Einrichtung besuchen, bieten wir ihnen an verschiedenen Schnuppernachmittagen die Möglichkeit, uns und die Räumlichkeiten schon einmal kennenzulernen. Zudem ist es uns wichtig, neue Kinder gestaffelt aufzunehmen, um jedem Kind genügend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und ihm die Gelegenheit zu geben, mit uns vertraut zu werden und eine Beziehung zu uns aufzubauen.

Bild vom Kind

 

Für uns ist jedes Kind ein einzigartiger Mensch mit individuellen Fähigkeiten, Begabungen und Bedürfnissen. Sie haben alle ihre eigene Wahrnehmung, sehen, fühlen, denken und äußern sich auf ihre unverwechselbare Weise. Sowohl kultureller und sozialer, als auch familiärer Hintergrund spielen dabei ebenfalls eine wichtige Rolle, da sie zur Einzigartigkeit des Kindes beitragen.

 

Unserer Arbeit liegt stets das Wissen zu Grunde, dass Kinder von Natur aus neugierig und kreativ sind, sich ausprobieren und herausfordern wollen. Sie wollen ihre Umwelt mit allen Sinnen erkunden und verstehen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, sie dabei zu unterstützen, ihre angeborenen Talente zu finden und zu fördern. Auf diese Weise können sich die Kinder als kompetente Individuen wahrnehmen und ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln. Um den Kindern dabei bestmöglich gerecht zu werden, ist es für uns unerlässlich, unsere Arbeit immer wieder situationsorientiert und fachlich zu reflektieren. Wir behalten stets im Blick, dass wir die Kinder fordern ohne zu überfordern. Dies ist vor allem deshalb wichtig, da wir die Freude am Lernen und am sich selbst ausprobieren erhalten wollen. Bei uns soll jedes Kind jederzeit das Gefühl haben, von uns gesehen und als individuelle Person akzeptiert zu werden. Dies schließt auch ein, dass wir den Kindern bedürfnisorientiert begegnen, was allerdings nicht bedeutet, dass wir sie verwöhnen, sondern dass wir ihre Bedürfnisse ernst nehmen und diese im Rahmen unserer Möglichkeiten erfüllen.

Bildungsbereiche

 

Die Entwicklung des Kindes steht in unserer Kindertagespflegegruppe an erster Stelle. Wir gehen auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes ein, um es in seiner Entwicklung und Persönlichkeit zu fördern und zu stärken. In unserer Einrichtung möchten wir mit unserer Arbeit eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen, in der sich das Kind wohl fühlt, mit seiner Persönlichkeit angenommen wird und sich entsprechend seiner kindlichen Wünsche und Bedürfnisse entwickeln kann.

 

Ein Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit ist die Hinführung zur Selbständigkeit. Mit dem Eintritt in unsere Gruppe beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt, in dem sie aus dem vertrauten Umfeld der Familie heraustreten und sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden müssen. Obwohl sie in uns Vertrauens- und Bezugspersonen finden, die ihnen in den verschiedenen Situationen Unterstützung bieten, möchten wir es den Kindern ermöglichen, sich entsprechend Maria Montessoris Grundidee „Hilf mir, es selbst zu tun!“ als eigenständige, kompetente Personen zu erleben und sich zu solchen zu entwickeln.

 

Des Weiteren legen wir großen Wert auf die Förderung des Sozialverhaltens. Die Kinder sollen lernen, sich mit anderen Kindern zu organisieren, sich an Absprachen zu halten und Rücksicht zu nehmen. Für ihre Entwicklung ist es ebenfalls wichtig, dass sie lernen mit Konflikten und Auseinandersetzungen umzugehen und sie selbständig zu lösen. Hierzu ist es erforderlich, dass sie die Fähigkeit entwickeln, sich in ihre Mitmenschen hineinzuversetzen bzw. ein Verständnis dafür zu entwickeln, welche Auslöser zu verschiedenen Emotionen und Reaktionen führen können. Ebenso möchten wir den Kindern vermitteln, dass sie in unserer Gruppe Gefühle zeigen dürfen. Sie dürfen Freude, Traurigkeit, Wut und Angst zeigen und sollen sich dabei von uns verstanden und aufgefangen fühlen. Entsprechende bieten wir jedem Kind die Geborgenheit und Zuwendung, die es braucht.

 

Da alle Kinder über angeborene Entdeckerfreude verfügen, möchten wir ihnen die Möglichkeit geben, mit den angebotenen Materialien spielerisch zu experimentieren, Neues zu entdecken und herauszufinden, was sie damit anfangen können. Ziel soll hier sein, dass die Kinder sich selber finden und sich schöpferisch entfalten können. Phantasie und Spontanität der Kinder sollen gefördert und der individuelle Geschmack gebildet werden. In diesem Zusammenhang messen wir besonders dem Freispiel große Bedeutung bei. Die Kinder dürfen ihrem Entwicklungsstand entsprechend selbst aussuchen, was sie spielen, mit wem, wie lange und wo. Auf diesem Weg setzen sie sich mit sich selbst und ihrer Umwelt auseinander, verarbeiten Erlebtes und haben die Möglichkeit mit Interesse und Neugierde ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten und Stärken nachzugehen.

 

Auch die Förderung der motorischen Fähigkeiten sehen wir als einen wichtigen Aspekt unserer Tätigkeit an, da diese unmittelbare Auswirkungen auf den kognitiven Bereich haben und ein bewegungsfreudiges Kind entsprechend besser und schneller lernen kann. Im Bereich der Grobmotorik fördern wir die Kinder in ihren groben Bewegungsabläufen. Wir möchten dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder genügend Raum geben, ihre Freude an der Bewegung wecken bzw. erhalten und ihre körperliche Geschicklichkeit fördern. Der Bereich der Feinmotorik umfasst die feinen Bewegungsabläufe. Hier fördern wir die Entwicklung der Kinder besonders durch unsere zahl- und abwechslungsreichen Bastelangebote.

 

Im kognitiven Bereich fördern wir die Grundlagen, die Ideen und das Wissen der Kinder. Wir regen ihre Neugierde und ihren Wissensdurst an und bieten ihnen die Möglichkeit beidem gerecht zu werden. Dies bedeutet auch die Konzentration zu fördern, zum Erzählen anzuregen, Regeln zu erlernen, einzuhalten und respektieren zu können, Informationen behalten und wiedergeben zu können. Wir schulen die Wahrnehmungsfähigkeit und fördern das logische Denken und die Merkfähigkeit.

 

Ziel aller Aktivitäten in unserer Kindertagespflegegruppe soll zudem die Sprachförderung sein. Wir möchten die Sprachentwicklung der Kinder fördern und ihnen dabei helfen, die Fähigkeit zur Sprachgestaltung zu erwerben und zu verbessern. Die Kinder sollen lernen ihre eigenen Bedürfnisse und Empfindungen auszudrücken, Erlebnisse und Gedanken miteinander auszutauschen, einfache Zusammenhänge zu schildern, gestaltete Sprache in Form von Reimen, Gedichten, Liedern und Geschichten zu verstehen und selbst Sprache zu gestalten.

 

Da wir stets darum bemüht sind, es den Kindern leichter zu machen, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu kommunizieren, haben wir Grund- und Aufbaukurs zu den Themen „babySignal - Frühe Kommunikation mit Gebärden“ und „babySignal - Sprachbildung mit Gebärden“ absolviert. Im Gruppenalltag versuchen wir besonders den ganz kleinen Kindern Gebärden an die Hand zu geben, mit denen sie sich uns mitteilen können (z.B. Gebärden für „Mama“, „Papa“, „essen“, „trinken“ etc.). Vor allem für Kinder, die noch nicht sprechen können, können Gebärden eine Möglichkeit sein, trotzdem auszudrücken, was sie brauchen oder wollen. Sie nehmen sich als kompetent war, wenn sie eine Gebärde erlernen, diese richtig anwenden und merken, dass sie von uns verstanden werden.

Regeln und Rituale

 

Selbstverständlich spielen auch Regeln und Rituale bei unserer Bildungsarbeit eine wichtige Rolle. Das Beachten von Regeln ist hierbei eine Gelegenheit, bei der die Kinder lernen, auf anderer Personen Wünsche und Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. 

Kinder mögen und brauchen Rituale, da diese ihnen Halt geben und ihnen dabei helfen, sich in Raum und Zeit zu orientieren. Rituale sorgen für Geborgenheit, da diese auch aus Wiederholungen und gleichbleibenden Abläufen entsteht, auf die das Kind sich verlassen kann. Zudem stärkt das Erkennen sich wiederholender Abläufe das Selbstbewusstsein.

Besondern die kleinen alltäglichen Rituale sind uns wichtig. Sie schaffen Vertrauen, Geborgenheit und eine liebevolle Atmosphäre für die Kinder.

Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

 

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Nur eine vertrauensvolle Beziehung und offene Kommunikation mit den Eltern schaffen eine Basis, auf der die bestmögliche Betreuung für das Kind gewährleistet werden kann. Daher gibt es ein paar wichtige Grundsätze für die Zusammenarbeit.

Wir legen großen Wert auf respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Da die Eltern immer die wichtigsten Bezugspersonen für ihre Kinder sind, ist eine gute Erziehungspartnerschaft entscheidend.

Wir schätzen die tägliche Kommunikation in Form von Tür-und-Angel-Gesprächen. Diese bieten sowohl beim Bringen, als auch beim Abholen die Möglichkeit, sich kurz auszutauschen. Gerade Informationen, die für das Wohlergehen des Kindes wichtig sind (z.B. Essgewohnheiten, Schlafverhalten, besondere Vorkommnisse) können hier unkompliziert ausgetauscht werden.

Ein weiterer Teil unserer Elternarbeit sind die Kennenlernnachmittage, die Weihnachtsfeier und das Sommerfest, zu denen die Eltern jeweils mit eingeladen werden. Diese Anlässe sind uns wichtig, damit die Eltern sich auch als Teil unserer Gruppe wahrnehmen und in ungezwungener Atmosphäre Kontakte mit anderen Eltern knüpfen können.

Kontakt

Betty's Kindertreff

 

Leiblstraße 121

33615 Bielefeld

 

0521-9679133

 

bettys_kindertreff@web.de

 

Leitung:

Bettina Becker

Lisa Kaiser

 

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Montag - Freitag

7:30 - 15:00